Praxisseminare

Auf dem DGKJP Kongress 2017 werden erstmals Praxisseminare angeboten. Diese haben jeweils eine Dauer von 90 Minuten und bieten dem Teilnehmer einen klaren Praxisbezug zu ausgewählten Themen. Eine Voranmeldung oder Zahlung einer gesonderten Gebühr ist nicht vorgesehen. Die Teilnehmer werden gebeten, sich rechtzeitig in den Räumen einzufinden.


Übersicht der Praxisseminare

Leiter: Timo Lindenschmidt, Köln

Abstract: Die Therapie von Kindern mit aggressiven Verhaltensstörungen stellt eine besondere Herausforderung dar, weil diese Störungen häufig auftreten, meist einen chronischen Verlauf haben und schwer zu behandeln sind. Neben elternzentrierten Interventionen sind patientenzentrierte soziale Kompetenztrainings zum Standard in der Verhaltenstherapie geworden.
Der Kurs wird einen Überblick über das Therapieprogramm für Kinder mit aggressivem Verhalten (THAV) geben. THAV stellt ein umfassendes Behandlungspaket zur multimodalen Behandlung von Kindern im Alter von 6-12 Jahren mit aggressivem Verhalten besonders gegenüber Gleichaltrigen dar. Es kann im Einzel- oder Gruppensetting durchgeführt werden. Patientenzentrierte Interventionen bilden den Kern der Behandlung. Schwerpunkte liegen hierbei auf der Schulung der sozial-kognitiven Informationsverarbeitung, der Entwicklung und Stärkung von Impulskontrolle, dem sozialen Fertigkeitentraining sowie auf der Modifikation sozialer Interaktionen. Darüber hinaus bezieht das Therapieprogramm auch familien- und schulzentrierte Interventionen mit ein. Des Weiteren wird das computergestützte Training für Kinder mit aggressiven Verhalten ScouT vorgestellt.

Literatur:

  • Döpfner, M. & Petermann, F. (2004). Leitlinien zur Diagnostik und Psychotherapie von aggressiv-dissozialen Störungen im Kindes- und Jugendalter: ein evidenzbasierter Diskussionsvorschlag. Kindheit und Entwicklung, 13, 97 - 112.
  • Döpfner, M., Schürmann, S. & Frölich, J. (2007). Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten (THOP). (4. Aufl.). Weinheim: Beltz, Psychologie Verlags Union.
  • Görtz-Dorten, A. & Döpfner, M. (2010). Therapieprogramm für Kinder mit aggressivem  Verhalten (THAV). Göttingen: Hogrefe
  • Görtz-Dorten, A. & Döpfner, M. (2010). Fragebogen zum aggressiven Verhalten von Kindern (FAVK). Göttingen: Hogrefe.
  • Petermann, F., Döpfner, M. & Schmidt, M. H. (2007). Aggressiv dissoziale Störungen. Leitfaden Kinder- und Jugendpsychotherapie, Band 3 (2. korr. Aufl.). Göttingen: Hogrefe.
  • Petermann, F., Döpfner, M. & Schmidt, M. H. (2008). Ratgeber Aggressives Verhalten. Informationen für Betroffene, Eltern, Lehrer und Erzieher. Ratgeber Kinder- und Jugendpsychotherapie, Band 3. (2. Aufl.). Göttingen: Hogrefe.

Leiter: Dennis Ougrin, London (UK)

Objectives: The workshop aims to: 1) Review current views and evidence around the etiology and epidemiology of teen suicide attempts and non-suicidal self-injury (NSSI); 2) Consider the issue of engaging teens in treatment; 3) Teach the concepts of Therapeutic Assessment (TA) for teens presenting with suicide attempts and NSSI; 4) Teach participants how to construct a Therapeutic Assessment diagram in practice. This forms the basis of TA, from which a range of possible "exits" derive; 5) Introduce how "exits" are created together with the adolescent, using a range of evidence based psychological interventions.

Methods: 1) Theoretical teaching to introduce the concepts of TA; 2) Films of TA in practice to demonstrate its use; 2) Example scenarios from which participants develop and practice skills in constructing TA diagrams; 3) Small group work to focus on specific "exit" strategies e.g. CBT, Motivational Interviewing techniques, Solution Focused Brief Therapy and others.

Results: By the end of the workshop participants will be competent in constructing TA diagrams and have an understanding of how to derive "exits" from the diagrammatic cycle of maladaptive behaviors.

Conclusions: This workshop teaches participants a new, evidence based, manualised approach to the assessment of teens presenting with suicide attempts or NSSI. TA has been shown to improve attendance at follow up.

Leiter: Joana Straub, Ulm

Zielgruppe: Ärzte, Psychologen, Sozialpädagogen, Schulsozialarbeiter, Sonderpädagogen Didaktische

Methoden: Kleingruppenarbeit

Medien: Video

Abstract: Während die Lebenszeitprävalenz für depressive Störungen im Grundschulalter noch relativ gering ist, steigt diese mit zunehmendem Alter rapide an. So berichtet beinahe jeder fünfte Jugendliche davon, schon mal unter depressiven Symptomen gelitten zu haben. Nicht zuletzt aufgrund des häufig chronischen Verlaufs sowie einer erhöhten Suizidalität stellen Depressionen bei Minderjährigen eine ernstzunehmende Erkrankung dar, welche einen schnellen Behandlungsbedarf indiziert. Leider sieht sich dabei der Versorgungsbedarf einer unzureichenden Versorgungsrealität gegenüber gestellt und Betreffende müssen häufig Monate auf einen ambulanten Therapieplatz warten. Um möglichst vielen depressiven Jugendlichen eine zeitnahe Behandlung ermöglichen zu können wurde MICHI (Manualized Intervention to Cope with depressive symptoms, Help strengthen ressources and Improve emotion regulation) entwickelt und dessen Wirksamkeit in zwei Pilotstudien sowie einer randomisiert kontrollierten Studie aufgezeigt. Bei MICHI handelt es sich um ein Gruppentherapieprogramm, d.h. es können ca. sechs Jugendliche zeitgleich behandelt werden, es eignet sich sowohl für den ambulanten als auch stationären Einsatz und umfasst fünf reguläre 75-minütige Sitzungen sowie eine Auffrischungssitzung. Im Fokus der Behandlung stehen Psychoedukation, Aktivierung, kognitive Umstrukturierung, Selbstwertsteigerung, Problemlösetraining sowie Krisen- und Stressmanagement. Ziel des Workshops ist es Sie mit der Durchführung und Anwendung von MICHI vertraut zu machen wobei die Inhalte praxisnah anhand von Fallbeispielen und Videosequenzen vermittelt werden.

Leiter: Elisa Pfeiffer, Ulm

Zielgruppe: Unbegleitete junge Flüchtlinge mit Posttraumatischen Stresssymptomen im Alter von 13 bis 21 Jahren.

Methoden: Power Point Präsentation, Anschauungsmaterial

Hintergrund: Bisherige Forschung hat gezeigt, dass unbegleitete junge Flüchtlinge (UJF) vor, während und nach ihrer Flucht vielen traumatische Ereignissen ausgesetzt waren und infolgedessen posttraumatische Stresssymptome (PTSS) entwickelt haben (Unterhitzenberger et al., 2015; Witt et al., 2015). Jedoch erhält nur eine geringe Anzahl der Betroffenen eine adäquate traumafokussierte Versorgung. Aufgrund dieser Versorgungslücke wurde die in diesem Praxisseminar vorgestellte traumapädagogische Gruppenintervention im Jugendhilfesetting entwickelt. Das Projekt wird unterstützt durch die Otto-Käßbohrer Stiftung sowie die World Childhood Foundation.

Interventionsdarstellung: Die traumapädagogische Gruppenintervention „Mein Weg“ umfasst 6-8 Gruppensitzungen mit 2-5 Teilnehmern, die von hierfür geschulten und kontinuierlich klinisch supervidierten Pädagogen durchgeführt werden. Die Inhalte wurden von der trauma-fokussierten kognitiven Verhaltenstherapie (Tf-KVT) abgeleitet und an das Gruppensetting sowie die sprachlichen Fähigkeiten der Teilnehmer angepasst. Das Workbook der Teilnehmer beinhaltet Aufgabenblätter zu den Themen Psychoedukation, Entspannungstechniken und Narrativarbeit. Das primäre Ziel der Intervention ist die Reduktion von PTSS. Sekundäre Ziele sind die Reduktion depressiver Symptome und die Verbesserung des allgemeinen Funktionsniveaus.

Bisherige klinische Erfahrungen: Die Intervention wurde bereits in 6 kooperierenden Einrichtungen durchgeführt. Die Ergebnisse geben gute Anhaltspunkte für die Wirksamkeit der Intervention in Bezug auf PTSS. Außerdem fand die Intervention eine gute Akzeptanz und Motivation bei Teilnehmern und durchführenden Pädagogen. Mögliche sprachliche und kulturelle Barrieren haben die Durchführung nach bisheriger Erfahrung nur geringfügig beeinflusst und die Rückmeldung der Kooperationspartner gab Hinweise darauf, dass sich die Teilnehmer in ihrem allgemeinen Funktionsniveau verbessert haben.

Lernziele des Seminars: Möglichkeiten und Chancen vorklinischer traumapädagogischer Arbeit mit unbegleiteten jungen Flüchtlingen in Jugendhilfeeinrichtungen kennen lernen und fördern.

Leiter: Nina Spröber, Neu-Ulm

Zielgruppe: Kinder- und Jugendpsychiater, Psychiater, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Psychotherapeuten, Diplom-Psychologen, Ergotherapeuten

Ziele des Seminars: 1) Vertiefung der Symptomatik und der Genese von ADHS bei Jugendlichen, 2) Praktische Anleitung zur therapeutischen Arbeit mit Jugendlichen anhand von „SAVE- Strategien für Jugendliche mit ADHS“, 3) Kennen lernen weiterer Therapieprogramme für Jugendliche mit ADHS

Methoden: Ein wichtiges Anliegen des Seminars ist es, alle theoretisch vermittelten Inhalte unter Verwendung von Videodemonstrationen, Rollenspielen und Übungen praktisch zu vertiefen. Therapiematerial zur Thematik (z.B. Spiele, Bilderbücher) wird empfohlen.

Aufbau und Inhalte des Seminars: Im Workshop werden in einem ersten Schritt neben den Besonderheiten im Erscheinungsbild von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) bei Jugendlichen die Neuerungen der diagnostischen Kriterien im DSM V vorgestellt. Im Weiteren werden praxisrelevante theoretische Grundannahmen zur Genese und Aufrechterhaltung des Störungsbildes im Jugendalter thematisiert. Auf dieser Grundlage erfolgt eine praktische Anleitung zur Behandlung von Jugendlichen, Elternarbeit und Zusammenarbeit mit Lehrkräften/ Ausbilderinnen/ Ausbildern. Schwerpunkt bildet hierbei die konkrete Vorgehensweise anhand des Manuals „SAVE- Strategien für Jugendliche mit ADHS.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen allgemeine Prinzipien der Therapie mit Jugendlichen mit ADHS kennen (z.B. Strukturen der Sitzungen, Kommunikation, Abwechslung in den Methoden, Alltagstransfer).

Literaturhinweise:
Spröber, N., Fischer, L., Brettschneider, A., Fegert, J.M., Grieb, J., (2013). SAVE –Strategien für Jugendliche mit ADHS. Springer: Heidelberg. .
Linderkamp, F., Hennig, T. (2011). ADHS bei Jugendlichen: Das Lerntraining LeJa. Beltz: Weinheim.

Leiter: Peter Melchers, Gummersbach

Zielgruppe: Ärzte in laufender oder bereits abgeschlossener Weiterbildung sowie Psychologen und Sozialarbeiter mit Interesse an suchtmedizinischen Fragestellungen und therapeutischen Optionen bei Jugendlichen

Methoden: Vortrag, Darstellung internationaler Erfahrungen zur Drogenpolitik, Diskussion, Fallarbeit

Abstract: Mit starker Schwerpunktsetzung auf praktischen Aspekten werden neue Entwicklungen und ungelöste Fragen zu stoffgebundenen und nicht-stoffgebundenen Süchten im Jugendalter bearbeitet. Welche Orientierungs- und Fortbildungsmaterialien stehen aus dem Bereich der Fachgesellschaft sowie der Fachverbände zur Verfügung? Liegen belastbare empirische Erkenntnisse zu den Folgen einer Legalisierung von Cannabis vor? Aspekte von und Informationsmöglichkeiten zu Designer-Drogen. Wie unterscheiden sich weiterführende Behandlungswege nach der Qualifizierten Entzugsbehandlung? Wie unterscheiden sich die Möglichkeiten in verschiedenen Regionen? Wie ist Rehafähigkeit zu beurteilen? Welche Optionen bietet die suchtspezifische Jugendhilfe? Gefährdungen und Hilfen am Übergang stationärer zu ambulanter Behandlung. Kann mediale Abhängigkeit stationäre Entzugsbehandlung erfordern? Gibt es dabei Entzugssymptome im engeren Sinn? Gibt es angebotsimmanente Gründe für die Zunahme medialer Abhängigkeit? Indikationsstellung, Probleme und Chancen der Entzugsbehandlung unter Beschlussbedingungen nach § 1631 b BGB sowie Fallarbeit dazu. Aspekte der Komorbidität im klinischen Patientengut. Das Seminar soll viel Raum für Fragen und Erfahrungsaustausch bieten. Es ist ein offenes Angebot für spezifisch interessierte therapeutische MitarbeiterInnen der KJPP, zugleich auch die Nachholveranstaltung für Teilnehmer des Curriculums zur Fort- und Weiterbildung im Bereich Suchterkrankungen im Kindes- und Jugendalter 2015-2016, die einen der Seminartage des Curriculums versäumt haben.

Leiter: Peter Melchers, Gummersbach

Zielgruppe: Psychologen, Ärzte in laufender oder bereits abgeschlossener Weiterbildung sowie Heilpädagogen und Sonderpädagogen, die psychometrische Diagnostik durchführen Didaktische

Methoden: Vortrag, Diskussion, Fallarbeit

Abstract: Die KABC-II ist wie die ursprüngliche K-ABC ein theoriebasiertes Instrument. Die Dichotomie sequentieller gegenüber simultaner Informationsverarbeitung, die ganz wesentlich auf die zentrale Denktheorie Lurias sowie die Erkenntnisse zur zerebralen Spezialisation von Sperry zurückgeht, wurde beibehalten und innerhalb Lurias Theorie erweitert, auch um dem erweiterten Altersbereich Rechnung zu tragen. Dieser reicht jetzt (statt ursprünglich 2;6 - 12;5) von 3;0 bis18;11 Jahre. Eine zusätzliche theoretische Fundierung erfährt die KABC-II jedoch durch das Cattell – Horn – Carroll (oder CHC-) Modell. Dadurch ist die KABC-II das erste Intelligenzdiagnostikum, das eine duale theoretische Grundlage hat. Im Seminar wird ein Schwerpunkt auf diese duale Fundierung und deren Entwicklung gelegt, die von großer Relevanz für die Interpretation der Testergebnisse ist. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vermittlung der Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Verfahren, die auch Aufgabeninhalte betreffen, da viele Teilnehmer über Erfahrungen mit der ursprünglichen K-ABC verfügen dürften. Zu den neuen, teilweise aber auch zu den bereits bekannten Untertests werden Durchführungshinweise gegeben und spezifische Aspekte der Verhaltensbeobachtung hervorgehoben. An einem Beispielfall werden die formale Auswertung und die Interpretation des Verfahrens demonstriert. Studienergebnisse zur Evaluation des Verfahrens werden kursorisch vorgestellt.

Leiter:
Tanja Legenbauer, Hamm
Martin Holtmann, Hamm
Stephanie Gest, Hamm
Inken Kirschbaum, Hamm

Abstract: Lichttherapie gehört zu den chronotherapeutischen Verfahren und wirkt über die Synchronisierung des circadianen Rhythmus auf die Schlafqualität und Stimmung. Lichttherapie gilt als nebenwirkungsarm und ist leicht anwendbar. Im Erwachsenenalter stellt sie eine anerkannte Interventionsform zur Behandlung depressiver Störungen dar, auch bei nicht-saisonalen Formen. Für Kinder und Jugendliche ist die Evidenz bislang gering, allerdings gibt es erste Hinweise aus Pilotstudien, dass auch bei Jugendlichen mit depressiven Störungen Lichttherapie als additive Maßnahme hilfreich ist und zur Verbesserung des Schlafes und der Stimmung führt. In diesem Workshop sollen zunächst theoretische Grundlagen der Chronotherapie sowie die unterschiedlichen Verfahren (Lichttherapie, Wachtherapie, Schlafphasenvorverlagerung) erläutert und ein Überblick über den aktuellen Forschungsstand gegeben werden. Im zweiten Teil steht die Anwendung von Lichttherapie im stationären Bereich im Vordergrund. Eine mögliche Umsetzung im stationären Kontext soll am Beispiel der LWL-Universitätsklinik Hamm für Kinder- und Jugendpsychiatrie vorgestellt und praktische Aspekte in der Umsetzung erläutert werden. Abschließend sollen Möglichkeiten der Umsetzung im ambulanten Bereich vorgestellt werden.

Leiter:
Christina Stadler, Basel (Schweiz)
Linda Kersten, Basel (Schweiz)

Zielgruppe: Der Workshop richtet sich an Therapeuten, Pädagogen, Erzieher und Pflegefachkräfte.

Methode: Im Rahmen des Workshops werden die zentralen Bausteine und Module des Manuals vorgestellt, einzelne Übungen praktiziert und klinische Erfahrungen diskutiert.

Abstract: Die Verbesserung der Emotionsregulation ist ein zentrales Behandlungsziel vieler kinder- und jugendpsychiatrischer Störungen. Dabei ist es zentral, die in den Interventionen erworbenen Skills im Alltag zu üben und das Lebensumfeld des Patienten einzubeziehen, um eine verstärkte Generalisierung auf den Lebensalltag der Patienten zu erreichen.
Im Rahmen dieses Workshops wird das von der Arbeitsgruppe von Professor Trestman entwickelte kognitiv-behaviorale Interventionsprogramm vorgestellt (Shelton et al., 2015, Shelton & Walkai, 2011, Kersten et al., 2015), das in Kliniken, Gefängnissen und Jugendhilfeeinrichtungen umgesetzt wird. Die für Jugendliche adaptierte Version wird aktuell im Rahmen einer multizentrischen EU-Studie an weiblichen Jugendlichen mit externalen Verhaltensstörungen überprüft (Kersten et al., submitted).
Bei der Entwicklung des START NOW Programms, das sowohl Gruppen- als auch Einzelsitzungen beinhaltet, wurde auf eine angemessene kognitive Verständlichkeit geachtet. Es liegen Arbeitsmaterialien für Jugendliche vor, die durch Cartoons, Bilder und Übungen aufgelockert sind. Auch für die in jeder Stunde durchgeführten Achtsamkeitsübungen gilt das Prinzip, dass sie in erster Linie für die Teilnehmer ausreichend Aufforderungscharakter haben.  Aufgrund der bei den Patienten häufig vorliegenden hohen psychosozialen Belastungsfaktoren beinhaltet das Programm neben dialektisch behavioralen Behandlungselementen traumapädagogische Inhalte. Ein Training der Bezugspersonen in der Umsetzung motivierender Gesprächstechniken zum Aufbau der Therapiemotivation der Gruppenmitglieder ist darüber hinaus ein zentraler Schwerpunkt von START NOW.

Literatur:

  • Kersten L, Cislo AM, Lynch M, Shea K, Trestman RL (2015) Evaluating START NOW: A Skills-Based Psychotherapy for Inmates of Correctional Systems. Psychiatric Services, 67(1):37-42.
  • Kersten L, Praetzlich M, Mannstadt S, Ackermann K, Kohls G, Oldenhof H, Saure D, Herpertz-Dahlmann B, Popma A, Freitag CM, Trestman RL, Stadler C (submitted) START NOW: Study protocol of a quasi-randomised clinical trial testing a comprehensive skills training for adolescent females with oppositional defiant and conduct disorders. Trials.
  • Shelton D, Kesten K, Zhang W, Trestman R (2011) Impact of a dialectic behavior therapy-Corrections modified (DBT-CM) upon behaviorally challenged incarcerated male adolescents. Journal of Child and Adolescent Psychiatric Nursing 24 (2):105-113.
  • Shelton D, Wakai S (2011) A process evaluation of START NOW Skills Training for inmates with impulsive and aggressive behaviors. Journal of the American Psychiatric Nurses Association 17 (2):148-157.

Leiter:
Ute Ziegenhain (Deutschland)
Thomas Meysen (Deutschland)

Einleitung: Der Umgang mit Familien, bei denen ein Verdacht auf Misshandlung oder Vernachlässigung bzw. Kindeswohlgefährdung besteht, ist fachlich herausfordernd und kann emotional belasten. Gewöhnlich ist es im Einzelfall nicht eindeutig, inwieweit eine Kindeswohlgefährdung vorliegt oder inwieweit ein Kind in seiner weiteren Entwicklung gefährdet ist. Tatsächlich spielen sich die Mehrzahl der Fälle von Kindesmisshandlungen im Graubereich zwischen noch ausreichender elterlicher Fürsorge und nicht mehr ausreichender Fürsorge ab. Die Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung hängt entscheidend davon ab, wie diese definiert wird, und wann dabei die Schwelle erreicht wird, die belastende Lebensbedingungen eines Kindes von „tatsächlicher“ Kindeswohlgefährdung und Vernachlässigung abgrenzt. Hinzu kommt, dass in der Praxis ein psychologisches bzw. weitgehend datenbasiertes (weiter gefasstes) Verständnis von Kindeswohlgefährdung nicht immer mit dem juristischen (eng gefassten) Verständnis von Kindeswohlgefährdung übereinstimmt. Letzteres definiert aber den Rahmen, innerhalb dessen jeweils im Einzelfall abgewogen werden muss, ggf. relevante Informationen an das Jugendamt weiterzugeben oder die privilegierte Vertrauensbeziehung (Arzt-Patientenbeziehung) zu schützen.

Methoden: Tatsächlich haben sich vertrauensvolle Hilfebeziehungen auch im Kontext von (potentieller) Kindeswohlgefährdung als „Königsweg“ und entscheidender Hilfezugang bewährt. Auch in Risikosituationen gelingt es in den meisten Fällen im persönlichen Gespräch Eltern für weitergehende Hilfen und Angebote zu motivieren. Dabei ist es wesentlich mögliche Gefährdungen in einem respektvollen Rahmen klar anzusprechen.

Ergebnisse: Anhand von Praxisbeispielen werden Kriterien für gelingende Gespräche mit Eltern im Kinderschutzkontext herausgearbeitet und vor dem Hintergrund rechtlicher Rahmenbedingungen mit Handlungsstrategien verknüpft.

Leiter:
Wolfgang Briegel, Schweinfurt
Inge Kamp-Becker, Marburg
Linda Weber, Marburg
Tanja Maria Mingebach, Marburg

Zielgruppe: Pädagogen, Psychologen, Sozialpädagogen und Ärzte in laufender oder bereits abgeschlossener Weiterbildung Didaktische

Methoden: Vorträge, z.T. mit Falldarstellung, Diskussion

Abstract: Epidemiologische Studien sprechen dafür, dass 7 bis 21 % der 2 bis 6jährigen Kinder klinisch relevante psychische Störungen zeigen und dass Kinder dieser Altersgruppe damit genauso häufig von einer psychischen Störung betroffen sind wie ältere Kinder und Jugendliche. Allerdings werden nur 11 bis 25 % der Klein- und Vorschulkinder mit Verhaltensstörungen tatsächlich zur Diagnostik und Therapie vorgestellt. Frühzeitige Erkennung und Behandlung sind bei früh beginnenden Störungen jedoch sehr wichtig, um Chronifizierungen und Rückfällen im späteren Lebensalter vorzubeugen. Eltern spielen in der frühen Entwicklung ihrer Kinder eine zentrale Rolle, daher ist der Einbezug der Eltern in die Behandlung der Kinder von großer Bedeutung. Dabei sind neben dem Erziehungsverhalten der Eltern auch die psychische Gesundheit der Eltern, die eigene Wahrnehmung (Selbstwirksamkeitserleben, Kontrollüberzeugen usw.) sowie auch die Beziehungsqualität (zwischen den Eltern, zwischen Eltern und Kind) relevant. Elternzentrierte Interventionen haben das Ziel, diese Variablen positiv zu verändern, um so indirekt die Probleme oder Auffälligkeiten beim Kind zu reduzieren.

Im Rahmen des Praxisseminars werden Erfahrungen und Ergebnisse aus zwei spezialisierten Kleinkindambulanzen (Universitätsklinikum Marburg und Leopoldina-Krankenhaus Schweinfurt) vorgestellt. W. Briegel wird zunächst das diagnostische Prozedere in Schweinfurt im Überblick darlegen sowie ein neues Fragebogen-Verfahren zur Erfassung der Eltern-Kind-Beziehung vorstellen. Im Anschluss werden L. Weber und T. Mingebach (beide Marburg) die Ergebnisse einer Meta-Metaanalyse zu den Effekten von Elterntrainings referieren. Dabei wird L. Weber die Effekte auf Elternebene zusammenfassen und die wichtigsten Verfahren, die insbesondere auf die Eltern fokussieren, darstellen. Im dritten Referat wird T. Mingebach die Ergebnisse in Bezug auf Kind-Variablen erörtern und einige Interventionen genauer beschreiben. Im Abschluss-Referat wird W. Briegel anhand einer Fallvignette den möglichen Einsatz von Parent-Child Interaction Therapy (PCIT) bei Autismus-Spektrum-Störungen erläutern.

Leiter:
Katrin Woitecki, Köln
Veit Roessner, Dresden
Paula Viefhaus, Köln
Kirsten Müller-Vahl, Hannover

In den letzten Jahren hat die Verhaltenstherapie zur Behandlung von Tic-Störungen immer mehr an Bedeutung gewonnen. Vor allem das Habit Reversal Training, das Training der Reaktionsumkehr findet im deutschsprachigen Raum zunehmend Anwendung. In diesem Praxisseminar werden die einzelnen Interventionen des Habit Reversal Trainings vorgestellt und eine Übersicht über die aktuelle Studienlage gegeben (P. Viefhaus). Darüber hinaus sollen Vorzüge aber auch Grenzen des Habit Reversal Trainings und Therapiealternativen aufgezeigt werden. Lange Zeit galt die medikamentöse Therapie als die primäre Therapie zur Behandlung der Tics. Die Rolle von medikamentöser Therapie, Verhaltenstherapie und der Kombinationsbehandlung wird vor dem Hintergrund aktueller Studien diskutiert; ebenso die Fragestellung, wann eine medikamentöse und wann eine nicht-medikamentöse Therapie zu präferieren ist (V. Roessner). Hierzu werden erste Daten einer direkten Vergleichsstudie vorgestellt. Darüber hinaus soll der Frage nachgegangen werden, wie wirksam andere verhaltenstherapeutische Interventionen – etwa die supportive Therapie zur Aktivierung von Ressourcen – im Vergleich zum Habit Reversal Training sind (K. Woitecki). Wegen der nach wie vor in Deutschland bestehenden Versorgungslücke im Hinblick auf verhaltenstherapeutische Angebote für Patienten mit Tic-Erkrankungen sollen schließlich neue innovative Anwendungsmöglichkeiten – etwa mittels rein internet-basierter Therapie – vorgestellt werden (K. Müller-Vahl).

Leiter:
Tanja Legenbauer, Hamm
Michael Huss, Mainz
Florian Hammerle, Mainz
Hanna Preuss, Mainz
David Kolar, Mainz

Zielgruppe: Psychologen, Ärzte

Methoden: Vortrag, Diskussion, Praktische Übungen

Abstract: Gestörtes Essverhalten und Maßnahmen zur Gewichtskontrolle sind verbreitete Phänomene im späten Kindes- und Jugendalter, manifeste Essstörungen jedoch seltener (Hammerle et al. 2016). Obwohl Essstörungen damit einen geringen Teil psychischer Störungen ausmachen, gelten sie als sehr schwer zu behandeln, nehmen häufig chronische Verläufe und weisen besonders im Bereich der Anorexia nervosa mit die höchsten Mortalitätsraten auf (z.B. Arceuls et al. 2011). Vor diesem Hintergrund besteht gerade bei jugendlichen Patienten eine große Notwendigkeit, neue Behandlungsmodule zu entwickeln, die an bislang weniger beachteten Faktoren zur Entstehung und Aufrechterhaltung ansetzen. Zu diesen Faktoren zählen Emotionsregulationsdefizite (Kolar et al. 2016), wenig Mitgefühl mit sich selbst und eigenen Defiziten, geringe Selbstakzeptanz und starkes Schamerleben sowie Angst vor Veränderung, Zielunklarheit und daraus resultierende ambivalente Motivations- und Commitmentbedingungen (Fairburn & Harrison, 2003).

In diesem Praxisseminar werden wir drei innovative Ansätze sowie deren Integration im 2016 neu eröffneten Essstörungsschwerpunkt der KJP Mainz genauer darstellen. Zunächst wird das Konzept einer „virtuellen Station“ erörtert, bei welcher Patienten nicht in einer Essstörungsstation, sondern durch ein Kompetenzteam stationsübergreifend behandelt werden. Des Weiteren werden mitgefühlsfokussierte Interventionen (Self-Compassion) zur Verringerung von Perfektionismus und starker körperbezogener Scham erläutert und in einer praktischen Übung dargestellt, sowie Strategien aus der Akzeptanz- und Commitment-Therapie zur Förderung von Therapiemotivation spezifisch für Essstörungspatienten vorgestellt. Abschließend werden die Chancen und Risiken von mobilen Apps in der Behandlung besprochen und exemplarisch einige Smartphone-Apps für Essstörungen vorgestellt werden, welche eine „Echtzeit-Intervention“ im Alltag der Patienten ermöglichen.

Leiter:
Brigitte Ramsauer , Münster
Ulrike Röttger, Magdeburg
Christiane Bach-Haecker, Marl
Sabine Döhmen, Marburg

Abstract: Dieses Praxisseminar möchte aufzeigen, wie Eltern-Kind-Behandlung entlang von verschiedenen therapeutischen Konzeptionen und Interventionsansätzen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie umgesetzt wird. Im Vordergrund stehen das Kind und seine emotionalen und verhaltensbezogenen Regulationsstörungen oder Symptome sowie die Eltern und die Eltern-Kind-Beziehung, die spezifischen Entwicklungsrisiken ausgesetzt ist. Im ersten Beitrag (C. Bach-Haecker) stehen die stationäre Indikationsstellung und Behandlung einer an Depression erkrankten Mutter mit ihrer 2-jährigen Tochter mit multiplen psychiatrischen Symptomen im Fokus. Anhand der Falldarstellung soll die intensivpsychiatrische Behandlung des Kleinkindes mit der Kindesmutter unter Einbezug bindungs- und lerntheoretischer Aspekte dargestellt werden. Es folgt der Fallbericht zu einer multimodalen, systemisch-orientierten tagesklinischen Behandlung einer Familie mit einem Kind im Grundschulalter (U. Roettger, A. Gläß). Dem schließt sich die Vorstellung einer ambulanten, psychodynamisch begründeten Mutter-Säuglings-Therapie eines zu Behandlungsbeginn 10 Wochen alten Säuglings mit Regulationsstörungen und ihrer Mutter an, die im Postpartum weiterhin unter Residualsymptomen einer drogeninduzierten Psychose litt (S. Döhmen). Die vierte Falldarstellung stellt eine ambulante, mittels dem bindungsfokussierten Interventionsansatz „Kreis der Sicherheit“ durchgeführten Mutter-Kind-Therapie mit einer postpartal depressiv erkrankten Mutter mit Säugling, vor (B. Ramsauer). Anhand der Komplexitäten und Dynamiken, die sich in den einzelnen Behandlungen darboten, werden Aspekte der therapeutischen Haltung und Behandlungsmethoden einschließlich Chancen „früher“ Mutter-Kind- und/oder Familienbehandlung erörtert.

Leiter:
Ruth Himmel, Ulm
Katharina Henn, Ulm

In Folge der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) und des damit verbunden Rechtsanspruchs auf inklusive Bildung (Art. 24), sind die Zahlen von Schulbegleitungen deutlich angestiegen. Praxisbeobachtungen zeigen, dass Schulbegleitung kein vorübergehendes Phänomen sein dürfte. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass das Schulsystem derzeit notwendige infrastrukturelle und personelle Ressourcen noch nicht umfassend bereitstellen kann, um Inklusion an ihren Schulen umzusetzen. Hinzu kommt, dass es für Schulbegleiter noch keine systematischen Standards für die Qualifikation gibt und nur wenige Fortbildungsangebote existieren. Viele Schulbegleiter verfügen darüber hinaus über keine pädagogische Qualifikation.

Im Rahmen des Projekts „Schulbegleiter“, wurde mit Finanzierung der Baden-Württemberg Stiftung ein Curriculum zur Fortbildung von Schulbegleitern an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm entwickelt. Das Angebot der interdisziplinären Fortbildung soll eine Bedarfslücke füllen und einen Beitrag zur Inklusion leisten. Der Anspruch, aber auch die Herausforderung lagen darin, ein Angebot zu entwickeln, dass die unterschiedlichen Störungsbilder und Behinderungen der Kinder sowie die unterschiedlichen Voraussetzungen der Schulbegleiter selbst (vom FSJ´ler bis zum Sozialpädagogen) berücksichtigt.

Das Curriculum ist modular aufgebaut und auf drei Tage ausgelegt. Vermittelt werden Grundlagen wie entwicklungspsychopathologisches, sozial- und schulrechtliches Wissen. Dazu gehören auch Handlungskompetenzen zur Gesprächsführung, Problemlösung und Kooperation. Fallvignetten, die teilweise in Filmsequenzen dargeboten werden, sind die Basis für Gruppendiskussionen, Rollenspiele und Einzelreflexionen.

Im Praxisseminar werden die Konzeption des Curriculums vorgestellt und (praktische) Einblicke in einzelne Module der Fortbildung gegeben.

Leiter:
Dr. Kerstin Stellermann-Strehlow, Hamburg
Daniela Lempertz, Neuwied
Anne Althaus, Hamburg

Abstract: Die WHO nennt EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) als eine der zwei empfohlenen traumakonfrontativen Behandlungsmethoden zur Therapie von Traumafolgestörungen. Auch in der BRD wird EMDR zunehmend in der Behandlung von Stressor basierten Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter im ambulanten sowie im (teil-) stationären Setting eingesetzt.

Das Praxisseminar wird nach einem kurzen theoretischen Einblick in die Methode EMDR anhand von (Video-) Fallbeispielen die praktische Anwendung von EMDR im ambulantem sowie im teilstationärem kinder- und jugendpsychiatrischen und -psychotherapeutischen Setting darstellen. Die ausgesuchten Fallbeispiele werden die Altersbandbreite der KJPP wieder spiegeln und neben der Anwendung von EMDR bei PTSD auch Fälle aus der Arbeit mit somatisch erkrankten Kinder und dem Jugendsuchtbereich umfassen.

Leiter: Laura Walk, Ulm

Abstract: Mit EMIL hat das ZNL TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen der Universität Ulm im Auftrag der Baden-Württemberg Stiftung ein Konzept entwickelt, das die aktuellen Erkenntnisse der Lernforschung für die Kindergartenpraxis nutzbar macht. Das Ziel von EMIL besteht darin, pädagogische Fachkräfte zu qualifizieren und zu unterstützen, die exekutiven Funktionen und die Selbstregulationsfähigkeit von Kindern alltagsintegriert zu fördern. Aus Studien ist bekannt, dass die Entwicklung dieser zentralen Fähigkeiten positiv unterstützt werden kann. Dazu brauchen Kinder eine entsprechende Begleitung und eine förderlich gestaltete Umgebung. Durch zwei Erprobungen konnte die Wirksamkeit von EMIL wissenschaftlich belegt werden.

Im Praxisseminar werden die Inhalte des EMIL-Konzepts vorgestellt. Beispielhaft werden Methoden und Materialien erläutert, wie Kinder im Kita-Alltag spielerisch und bewegt in ihrer Selbstregulation und im Umgang mit anderen Kindern unterstützt werden können.

Leiter: Berry Walsh (USA)

Abstract: Focused breathing techniques have been shown to reduce heart and respiration rate and blood pressure. Those who learn breathing skills have increased control over their emotions and related bodily reactions. Breathing techniques require no equipment or other people. However, they do require consistent practice! This workshop will share a number of breathing techniques ranging from deep muscle relaxation to mindfulness exercises and meditations from the Zen and Tibetan traditions. Phone apps that support breathing skills will also be reviewed.

The workshop will be interactive with participants practicing each of the breathing techniques discussed. Participants will rate their “subjective units of distress, (SUDS)” before and after each exercise. Also discussed will be how to engage and “sell” clients on breathing techniques. Such engagement can be especially challenging with adolescents. The workshop will also review some visualization techniques and walking meditations that can be used with clients.

Leiter:
Miriam Rassenhofer, Ulm
Annika Münzer, Ulm

Zielgruppe: Ärzte, Psychologen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten in laufender oder bereits abgeschlossener Weiterbildung

Methoden: Vortrag, Fallbeispiele

Abstract: Sexueller Missbrauch ist ein traumatisches Kindheitsereignis mit häufig weitreichenden Folgen. Sowohl bei Klinikern als auch bei Betroffenen und ihren Bezugspersonen lösen sexueller Missbrauch aber auch ungeklärte Verdachtsmomente, die auf Missbrauch hinweisen, oftmals Verunsicherung aus. Ziel des Praxisseminars ist es, Klinikern Orientierung und Sicherheit im Umgang mit Missbrauchsfällen bzw. Verdachtsfällen zu vermitteln. Es werden zunächst kompakt aktuelle Erkenntnisse zur Epidemiologie sexuellen Missbrauchs, Folgeerscheinungen und den rechtlichen Rahmenbedingungen vorgestellt. Der Schwerpunkt des Seminars liegt auf der Darstellung von Empfehlungen und Orientierungshilfen für das Erkennen sexuellen Missbrauchs, den Umgang mit Hinweisen darauf, die interdisziplinäre Vernetzung von Klinikern mit der Jugendhilfe sowie dem Rechtssystem. Weiterhin werden Handlungsempfehlungen für die Diagnostik von Folgestörungen und die Planung sowie Durchführung von Interventionen mit Betroffenen gegeben.
Anhand von Fallbeispiele wird das Vorgehen in der Praxis verdeutlicht.

Literaturhinweise:

  • Goldbeck, L., Allroggen, M., Münzer, A., Rassenhofer, M., & Fegert, J. M. (im Druck). Sexueller Missbrauch (Leitfaden Kinder- und Jugendpsychotherapie, Bd. 21). Göttingen: Hogrefe.
  • Allroggen, M., Gerke, J., Rau, T., Fegert, J. M. (2016). Umgang mit sexueller Gewalt. Eine praktische Orientierungshilfe für pädagogische Fachkräfte in Einrichtungen für Kinder und Jugendliche. Universitätsklinikum Ulm.

Leiter:
Margitta Krahmer, Littenheid (Schweiz)
Dajana Venet, Littenheid (Schweiz)

Abstract: Die DBT (Dialektisch Behaviorale Therapie) wurde in den 80er Jahren von Marsha Linehan für Menschen mit emotional-instabilen Persönlichkeitsstörungen entwickelt. Miller und Rathus adaptierten das Therapiekonzept für Adoleszente (DBT-A), welches auch im deutschsprachigen Raum seit mehreren Jahren bei Jugendlichen mit Emotionsregulationsstörungen erfolgreich angewendet wird. Zum Indikationsspektrum zählen ausgeprägte Stimmungsschwankungen und Anspannungszustände, selbstverletzendes Verhalten, Suizidalität, Hochrisikoverhalten, Impulsivität, Ess-Brechanfälle, Substanzkonsum, Identitätsprobleme, dissoziative Symptome sowie Probleme im zwischenmenschlichen Bereich. Neben der Anpassung der Inhalte für das Altersspektrum der Adoleszenten zeichnet sich die DBT-A auch durch den starken Einbezug der Familie in den therapeutischen Prozess aus. Sowohl im ambulanten wie auch im stationären Setting findet das DBT-A Konzept im Einzel- und Gruppensetting seine Umsetzung. In dem Praxisseminar wird neben den Grundlagen der DBT-A anhand eines Fallbeispiels die konkrete Anwendung des Therapiekonzeptes in einer stationären, interdisziplinären Behandlungseinheit vorgestellt.

Leiter:
Stephan Bender, Köln
Christof Loose, Düsseldorf

Abstract: Im Praxisseminar wird eine Einführung in die Anwendung der Schematherapie im Kindes- und Jugendalter gegeben. Dabei wird besonderer Bezug auf die Entwicklung der Schematherapie aus verhaltenstherapeutischer (Loose) und psychodynamischer Sicht (Bender) gegeben. Die Veranstaltung wendet sich somit an psychotherapeutisch Tätige mit unterschiedlichem Ausbildungshintergrund, die sich informieren möchten, ob und wie sie Schematherapie gewinnbringend für sich nutzen können. Es werden grundlegende therapeutische Strategien, Haltungen und Techniken dargestellt, über die ein Überblick gegeben und eine Einordnung in den Gesamtkontext bestehender Therapieformen vorgenommen wird.