Fortbildungsprogramm

Der DGKJP Kongress bietet 17 exzellente, praxisorientierte Fortbildungsveranstaltungen von herausragenden Referenten an, die anhand von Beispielen aus der Praxis hoch relevante Arbeitsfelder in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie behandeln. In 3 Stunden werden Ihnen in Kleingruppen von maximal 24 Teilnehmern auf der Basis des aktuellen Forschungswissens zentrale Handlungsstrategien für die Diagnostik und Therapie häufiger psychischer Störungen im Kindes- und Jugendalter sowie die damit verbundenen zentralen Herausforderungen in diesem Feld dargestellt. Für die Teilnahme an einem Fortbildungskurs erhalten Sie CME Punkte.


Fortbildungskurse

FK-101 // 22.03.2017 // 08:30-11:30 Uhr

Sabine Müller, Ulm

Zielgruppe: Ärzt/Innen, Therapeut/Innen, Pflegekräfte, welche im Arbeitsalltag mit Zwangsmaßnahmen konfrontiert sind.

Didaktische Methoden: Strukturierter Input, abwechslungsreich gestaltete Wissensvermittlung angepasst an gewünschte Schwerpunkte und Vorwissen, aktiver Einbezug der Teilnehmer/Innen mit ihren jeweiligen Arbeitsfeldern/Erfahrungen, Handouts.

Abstract: Nicht nur das Wissen um das Risiko der Traumatisierung von Patienten und Personal, sondern auch historische, ethisch-moralische und fachliche Aspekte bedingen die durchgehend hohe Relevanz des Themas. Das Bild der Kinder- und Jugendpsychiatrie in der Öffentlichkeit, die Stigmatisierung der betroffenen Patientinnen und Patienten, die Compliance und das Selbstbild der Patientinnen und Patienten sowie deren Familien und nicht zuletzt der Krankheitsverlauf stehen in Zusammenhang mit dem Einsatz von und dem Umgang mit Zwangsmaßnahmen während der Behandlung. Derzeit werden in Deutschland aufgrund der höchstrichterlichen Entscheidung des BGH in Zivilsachen Kinder und Jugendliche im Vergleich zu Erwachsenen schlechter gestellt, was die richterliche Kontrolle von Zwangsmaßnahmen angeht. Nach den (zu begrüßenden) Veränderungen durch die Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetze der Länder (u. a. mit Dokumentationspflichten) wird von der kinder- und jugendpsychiatrischen Fachgesellschaft und den Fachverbänden eine Gesetzesänderung bzgl. des § 1631b gefordert (http://www.dgkjp.de/stellungnahmen-positionspapiere/394-positionspapier-zu-freiheitsentziehenden-massnahmen-bei-kindern-und-jugendlichen), um den Grundrechtschutz der Kinder und Jugendlichen bei Zwangsmaßnahmen in der psychiatrischen Behandlung bzw. in Heimen/Einrichtungen zu stärken. Gleichzeitig gibt es Bemühungen, in der psychiatrischen Versorgung Strukturen zu schaffen, die auch geeignet sein sollen, Zwangsmaßnahmen zu verringern (De-Eskalations-Schulungen, Hometreatment, Einsatz von Peers, individuelle Behandlungsvereinbarungen und Beschwerdemanagement). Gleichwohl lässt sich feststellen, dass die Einweisungen in kinder- und jugendpsychiatrische Kliniken mittels familiengerichtlichem Beschluss (§ 1631b BGB) zunehmen und teilweise auch die Gefahr des inflationären Einsatzes gesehen wird. Im Fortbildungskurs wird die aktuelle rechtliche Situation bzgl. Zwangsmaßnahmen (Unterbringung, Fixierung, Isolierung, Einschluss, Zwangsmedikation, Zwangsernährung etc. ) dargestellt sowie auf Gesetzeslücken und Regelungsbedarf hingewiesen, auch auf die Situation im Erwachsenenbereich wird eingegangen. Die Entwicklung, aktuelle Situation und Handhabung in anderen Ländern wird beleuchtet. Schließlich wird dargestellt, wie mit der aktuellen gesetzlichen Situation umgegangen werden kann und evtl. benötigte gesetzliche Regelungen vorweggenommen werden können. „Best practices“ und die Leitlinienentwicklung in diesem Bereich werden vorgestellt, konkrete Möglichkeiten besprochen, wie Zwangsmaßnahmen in Häufigkeit und Intensität verringert werden können und Patientenrechte, Autonomie und Partizipation gestärkt werden können. Ganz praktisch wird es auch darum gehen, wie im Falle der Notwendigkeit der Anwendung von Zwangsmaßnahmen unter Beachtung der o. g. Grundsätze konkret vorgegangen werden kann.

FK-102 // 22.03.2017 // 08:30-11:30 Uhr (ausgebucht)

Christine M. Freitag, Frankfurt am Main
Karoline Teufel, Frankfurt am Main

Sowohl im Bereich der Diagnostik als auch in der Therapie von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS), haben sich in den letzten Jahren verschiedene Ansätze und Methoden entwickelt. Dabei gibt es Unterschiede im inhaltlich-methodischen Vorgehen sowie bezüglich der Evidenz. In diesem Workshop wird eine Einführung in die neuen S3-Leitlinien zur Diagnostik von ASS gegeben. In einem zweiten Teil wird ein Überblick über aktuelle Standards der Autismus-spezifischen Therapie vermittelt. Dies schließt sowohl Grundprinzipien der Frühförderung als auch entsprechende Elterntrainings ein. Neuere therapeutische Ansätze sind sich darin einig, dass verhaltenstherapeutisch basierte und entwicklungspsychologisch fundierte Verfahren, die das natürliche Lernen in den Vordergrund stellen, zentral sind. Elterntrainings haben zum Ziel den Eltern einen fördernden Umgang mit ihrem Kind zu vermitteln. Dabei sind auch Strategien zur Gestaltung des Alltags sowie zum Umgang mit Herausforderungen Bestandteil der Trainings. Zur praktischen Verdeutlichung werden in diesem Workshop Grundprinzipien des „Frankfurter Frühinterventionsprogrammes für Kinder mit Autismus“ (A-FFIP) sowie des „Frankfurter Autismus-Elterntrainings“ (FAUT-E) vorgestellt. Videobeispiele werden die erläuterten Konzepte veranschaulichen. Der Workshop soll neben der Vermittlung von Kenntnissen zu aktuellen Standards in Diagnostik und Therapie auch Raum für Diskussionen zu praktischen Implikationen des Gelernten bieten. Er richtet sich vorrangig an Diagnostiker und Therapeuten.

FK-103 // 22.03.2017 // 15:45-18:45 Uhr

Rainer Thomasius, Hamburg

Zielgruppe: Der Kurs richtet sich an Ärzte/innen in Weiterbildung oder Fachärzte/innen für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie sowie an Psychologen/innen und Angehörige angrenzender Berufsgruppen, die sich für spezielle suchtmedizinische Aspekte interessieren und ihren Wissensstand und ihre Handlungskompetenz in der Diagnostik, Beratung und Therapie von Jugendlichen mit Suchtgefährdung oder manifester Substanzgebrauchsstörung (auch als Komorbidität bei anderen kinder- und jugendpsychiatrischen Störungsbildern) erweitern wollen.

Inhalte und Lernziele: Im Kurs werden folgende Inhalte im Überblick vermittelt:
•    Entstehungsbedingungen von Substanzgebrauchsstörungen
•    Erkennen von Substanzgebrauchsstörungen (auch in Abgrenzung zum experimentellen Substanzgebrauch)
•    Spezifische Diagnostik
•    Ausmaß und Art komorbider psychischer Störungen
•    Psychotrope Wirkungen und ungünstige Folgen sogenannter Jugenddrogen
•    Ziele und Methoden kinder- und jugendpsychiatrischer Suchtbehandlung
•    Ziele und Methoden weiterführender Behandlungs- und Förderangebote
•    Grundhaltungen und Strategien motivierender Gesprächstechniken

Schwerpunkte des Kurses werden auf die im Folgenden genannten Lernziele gesetzt:
Teilnehmer/innen...

Wissen...kennen Ziele und Methoden der kinder- und jugendpsychiatrischen Suchtbehandlung sowie der Vorgehensweisen im Rahmen der längerfristigen Rehabilitationsbehandlung und Reintegration....kennen Wirkweise und mögliche gesundheitliche Auswirkungen des Alkohol- und Cannabiskonsums sowie des Konsums anderer illegaler Drogen....kennen die Prinzipien, Strategien und Grundhaltungen motivierender Gesprächstechniken.

Fertigkeiten
...kennen das diagnostische Vorgehen bei Verdacht auf eine Substanzgebrauchsstörung bzw. süchtiges Verhalten im Allgemeinen und Alkohol- und Cannabismissbrauch im Speziellen.
...können weiterführende Maßnahmen und Hilfen für gefährdete und von Substanzgebrauchsstörungen betroffene Jugendliche einleiten.
...haben Anregungen zum Einsatz motivierender Gesprächstechniken in der Praxis erhalten und verfügen über erste Erfahrungen in einer Übung.

Haltung
...erkennen die Notwendigkeit, experimentellen Substanzgebrauch von gesundheitsschädigenden Konsumformen zu unterscheiden, grundsätzlich eine differenzierte Substanzgebrauchsanamnese zu erheben und falls indiziert entsprechende suchtmedizinische Maßnahmen einzuleiten.

Literatur:
Thomasius R. et al. (Hrsg.) Suchtstörungen im Kindes- und Jugendalter. Das Handbuch: Grundlagen und Praxis. Stuttgart: Schattauer, 2009

FK-104 // 22.03.2017 // 15:45-18:45 Uhr (ausgebucht)

Beate Herpertz-Dahlmann, Aachen
Jochen Seitz, Aachen
Kristine Wiesler, Aachen

Der Kurs wendet sich an alle Ärzte, Psychologen und Psychotherapeuten, die mit magersüchtigen Jugendlichen arbeiten. An didaktischen Methoden werden Power Point, ggf. kurze Filmabschnitte und gemeinsame Diskussion derzeitiger Behandlungsstrategien verwandt. 

In diesem Kurs wird auf die neuen diagnostischen Kriterien der restriktiven Essstörungen im DSM-5 und der ICD 11 eingegangen und wesentliche Befunde zur psychischen und somatischen Komorbidität diskutiert. Es werden rezente epidemiologische Entwicklungen dargestellt zur Prävalenz der kindlichen und adoleszenten AN, der Bedeutung des SÖS sowie zum Einfluss der Schule als auch zur Inzidenz in anderen Kulturkreisen. Wesentliche Erkenntnisse zur Ätiologie beziehen sich auf genetische und neuronale Befunde, den Einfluss der Medien, aber auch auf andere Bereiche wie die „Darm-Gehirn-Interaktion“.

Der Workshop stellt weiterhin die vier Säulen der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit AN dar:

1) Gewichtsrehabilitation – was ist zu beachten? Welche Komplikationen können auftreten? Wie sollte man das Zielgewicht definieren?
2) Ernährungs-beratung und Ernährungstherapie
3) psychotherapeutische Meilensteine bei der Patientin unter besonderer Berücksichtigung eines individuellen Störungskonzeptes und
4) intensive Einbeziehung der Eltern. Zusätzlich werden die besonderen Merkmale einer tagesklinischen Behandlung bei Kindern und Jugendlichen und einer neuen ambulanten Behandlungsform, des „Home treatment“ erklärt.

Wir hoffen auf einen interaktiven und diskussionsfreudigen Kurs.

FK-105 // 23.03.2017 // 08:30-11:30 Uhr (ausgebucht)

Oliver Bilke-Hentsch, Winterthur (Schweiz)
Tagrid Lemènager, Mannheim

Zielgruppe: KJ-Psychiater und Psychotherapeuten sowie „allied professions“

Mit einer Prävalenz von 1-3% machen medienassoziierte Störungen wie der pathologische Internetgebrauch, beziehungsweise die Internet Gaming Disorder in den letzten Jahren eine relevante Zahl von jungen Patienten aus.
Häufig bestehen Komorbiditäten mit Aufmerksamkeitsdefizitstörungen, Depressionen, Angststörungen (u.a. sozialen Phobien), posttraumatischen Belastungsstörungen und Persönlichkeitsstörungen.
Nach einer grundsätzlichen techno-soziologischen Einführung in die Thematik werden in diesem Workshop auf dem Boden der aktuellen internationalen Forschung folgende Bereiche dargestellt: Grundlagenforschung aus dem Bereich der Bildgebung und der Neuropsychologie, diagnostische Instrumente und der Prozess der multimodalen Therapieplanung.
Dabei wird besonderer Wert auf die entwicklungspsychiatrische Differenzierung von alterstypischen phasenhaften Verhaltensweisen in der modernen Technologiegesellschaft, Intensivspielverhalten bei Einzelnen und hochpathologischem Verhalten bei komorbiden Risikopatienten gelegt.
Ein 3-phasiges ambulantes, beziehungsweise stationäres Therapiemodell und klinisch innovative Spezialkonzepte (Somosa-Medialab) werden vorgestellt die (noch wenigen) evidenzbasierten Therapiemodule aus dem Bereich der Verhaltenstherapie für das Einzel- und Gruppensetting werden im Hinblick auf Individualtherapie und Elternberatung gemeinsam diskutiert.

FK-106 // 23.03.2017 // 08:30-11:30 Uhr

Katja Becker, Marburg
Inge Kamp-Becker, Marburg

Zielgruppe: Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie; Psychologen in Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Inhalte und Lernziele: Suizid ist im Jugendalter nach Unfällen die zweithäufigste Todesursache. Suizidgedanken kennen ca. 15% der Jugendlichen in Deutschland, in kinder- und jugendpsychiatrischen Inaspruchnahmepopulationen sind die Zahlen deutlich höher. Aufgrund der Häufigkeit und klinischen Relevanz wurden von der DGKJP und weiteren Fachgesellschaften auch die Leitlinien als Handlungsempfehlungen im Umgang mit Suizidalität im Kindes- und Jugendalter aktualisiert, obwohl es sich bei Suizidalität um ein Symptom und nicht um eine (ICD-10)-Diagnose handelt. In der DSM5 wurde nun aber die Suizidale Verhaltensstörung („Suicidal Behavior Disorder“) in der Sektion Klinische Erscheinungsbilder mit weiterem Forschungsbedarf neu aufgenommen.
Der Terminus „Suizidalität“ umfasst den gesamten Bereich Suizidgedanken, Suizidankündigungen, Suizidpläne und Suizidversuche. In dem Seminar wird neben Definitionen, Epidemiologie, spezifischer Anamnese und Diagnostik im Kindes- und Jugendalter auch auf störungsrelevante Risikofaktoren eingegangen. Weitere Themen sind Standards im Umgang mit suizidalen Kindern und Jugendlichen sowie Interventionen. Besonderheiten bei ambulanten und stationären Patienten werden ebenso thematisiert wie Fallstricke und vermeidbare häufige Fehler. Prävention und Postvention werden besprochen. Auf Wunsch können eigene Fälle eingebracht werden, auch spezifische Fragen vorab sind willkommen.
Lernziele sind der Erwerb von Kenntnissen zu Suizidalität im Kindes- und Jugendalter und das Gewinnen von mehr Sicherheit in Diagnostik und Therapie mit suizidalen Patienten.

Weiterführende Literatur:
Becker K & Keitel AE (2013) Suizidales Verhalten. in: Lehrbuch der Klinischen  Kinderpsychologie, Hrsg. Franz Petermann; 7. überarb. und erw. Auflage; Hogrefe-Verlag; Kapitel 24; S. 459-475.
DGKJP et al. (2016) (in Vorbereitung): Leitlinien zu Suizidalität im Kindes- und Jugendalter, vierte Auflage, AWMF-Registernummer 028/031.
Hawton K, Saunders KAE, O´Connor RC (2012) Self-harm and suicide in adolescents. Lancet, 379, p. 2373-2382.
Plener PL (2014) Suizidales Verhalten und nichtsuizidale Selbstverletzungen. Manuale psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen, Remschmidt H & Schmidt MH (Hrsg.), Berlin, Heidelberg: Springer-Verlag.

FK-107 // 23.03.2017 // 12:00-15:00 Uhr (ausgebucht)

Martin Knollmann, Essen
Volker Reissner, Essen

Zielgruppe: Ärzte, Psychologen, Sozialpädagogen, Schulsozialarbeiter, Sonderpädagogen

Inhalte und Lernziele: Angesichts seiner erheblichen psychosozialen Folgeprobleme stellt schulvermeidendes Verhalten, das mit verschiedenen kinder- und jugendpsychiatrischen Störungen assoziiert sein kein, ein sehr herausforderndes Symptom dar. Anhand aktueller Studien zur Diagnostik und Therapie, insbesondere dem umfangreichen eigenen Therapieprojekt, sollen neue Strategien zur diagnostischen Klassifikation und multiprofessionellen Intervention bei stark ausgeprägter Schulvermeidung in Verbindung mit psychiatrischen Störungen behandelt werden. Hierbei sollen sowohl psychotherapeutische als auch sozial-, sport- und sonderpädagogische Ansätze, die auf mehreren Ebenen (Kind, Familie, Schule) ansetzen und im Rahmen des Projektes manualisiert erarbeitet wurden (Reissner, Knollmann & Hebebrand, 2015), vorgestellt werden. Anschließend sollen mehrere Beispielfälle der Teilnehmer und/oder der Referenten besprochen werden.

Literatur:
Reissner, V., Knollmann, M. & Hebebrand, J. (2015). Beratung und Therapie bei schulvermeidendem Verhalten. Stuttgart: Kohlhammer.

FK-108 // 23.03.2017 // 15:30-18:30 Uhr (ausgebucht)

Christof Loose, Düsseldorf
Susanne Röder, Landshut

Zielgruppe bzw. Voraussetzung: Approbation als Psychologischer/ärztlicher Psychotherapeut oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut) oder fortgeschrittene Psychotherapie-Ausbildung bzw. Weiterbildung in Psychiatrie/Psychotherapie.

Methoden: Vortrag mit Bild- und Videomaterial; Übung in Kleingruppe

Abstract: Die Schematherapie nach YOUNG ist eine  Ergänzung und Weiterentwicklung der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT). In ihr werden Schemata als ein Lernergebnis emotionsintensiver psychosozialer Schlüsselsituationen verstanden. Ein Schema stellt dabei ein Konglomerat aus Erinnerungen, Kognitionen, Emotionen und Körperreaktionen dar und kann auch als erweiterter und komplex konditionierter, respondenter Reflex verstanden werden. Da Schemata meist früh im Leben entstehen und dysfunktional sind, werden sie auch „early maladaptive schemas“ genannt (EMS). Diese EMS  gelten als tiefer verwurzelt als die in der KVT bekannten kognitiven Denkmuster (z.B. Schemata im Sinne von BECK).
Das Ziel der Fortbildung ist es, einen Einblick in die Schematherapie mit Kindern und Jugendlichen (ST-KJ) zu geben. Es werden grundlegende Konzepte innerhalb der Schematherapie skizziert und gezeigt, wie das Schema- und Modusmodell auf die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Eltern übertragen werden kann.
Im praktisch-orientierten Teil werden überblicksartig therapeutische Strategien mit Bildmaterial oder Videoaufnahmen demonstriert: Einsatz von Metaphern (Brillen) zur Psychoedukation von EMS, Erstellung einer Modus-Skizze, Arbeiten mit Fingerpuppen von Moduskarten, Stuhlarbeit (Modus-Interview), Imaginationen (Reise zum Clever-Modus) und Modus-Memo (Transfer in den Alltag).  
Weitere Information zur ST-KJ sind über die Website www.schematherapie-für-kinder.de zu erhalten.

Empfohlene Literatur zur Vorbereitung:
Loose, C. (2014). Schematherapie mit Kindern und Jugendlichen. Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin, 35 (3), 233-245.
Loose, C. & Pietrowsky, R. (2016). Schematherapie bei Kindern und Jugendlichen – eine konzeptuelle und evidenzbasierte Übersicht. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 44, 1–11. DOI 10.1024/1422-4917/a000443.

Literatur zur Vertiefung:
Loose, C. & Graaf, P. (2014). Schematherapie mit Kindern. Video-Learning. Weinheim: Beltz.
Loose, C, Graaf, P. & Zarbock, G. (2013). Schematherapie mit Kindern und Jugendlichen. Weinheim: Beltz.
Loose, C, Graaf, P. & Zarbock, G. (2015). Störungsspezifische Schematherapie mit Kindern und Jugendlichen. Weinheim: Beltz.

FK-109 // 23.03.2017 // 15:30-18:30 Uhr

Paul Plener, Ulm
Rebecca Groschwitz, Ulm

Nicht-Suizidales Selbstverletzendes Verhalten (NSSV) findet sich sowohl in der jugendlichen Allgemeinbevölkerung als auch (in weit höherer Zahl) in der kinder- und jugendpsychiatrischen Inanspruchnahmepopulation. Aktuelle Studien konnten zeigen, dass NSSV bei vielen Jugendlichen ein transientes Phänomen darstellt und häufig im jungen Erwachsenenalter remittiert. Dennoch ist NSSV ein deutlicher Risikomarker für die Entwicklung von suizidalem Verhalten und geht häufig mit komorbiden psychischen Störungen einher. In diesem Workshop werden Grundlagen zu NSSV erläutert, wobei besonders auf die Epidemiologie, den Verlauf und die Ätiologie (unter besonderer Berücksichtigung neurobiologischer Befunde) eingegangen wird. Darüber hinaus liegt ein spezieller Fokus des Workshops auf dem (psycho)therapeutischen Umgang mit NSSV im Jugendalter, wobei verschiedene evidenzbasierte Behandlungsansätze vorgestellt und diskutiert werden. Im Rahmen des Workshops wird ein weiterer Focus auf die Vorstellung und Diskussion der im Jahr 2016 veröffentlichten AWMF Leitlinie zu NSSV im Jugendalter gelegt.

FK-110 // 24.03.2017 // 08:30-11:30 Uhr (ausgebucht)

Franz Resch, Heidelberg

Zielgruppe: Ärzte, Psychologen, Pädagogen, Sozialarbeiter

Didaktische Methoden: Vortrag und Diskussion

Abstract: Bis zu 3 Prozent aller Menschen erkranken an einer Psychotischen Störung, viele davon am Übergang zwischen Jugendalter und jungem Erwachsenenalter. Die Adoleszenz stellt eine vulnerable Phase der Entwicklung dar. Schizophrene Psychosen sind mit dem größten Entwicklungsrisiko innerhalb der Gruppe der Psychosen behaftet. Die Entwicklung psychotischer Störungen erfolgt über ein unspezifisches Prodrom, dem im Rahmen der Früherkennung besonderes Augenmerk geschenkt wird. Das Seminar vermittelt Grundlagen der Entwicklungspsychopathologie, der Epidemiologie und des Verlaufs schizophrener Psychosen. Einen besonderen Schwerpunkt bilden Überlegungen zur Pathogenese und Entwicklungsmodelle der Störung. Die Differenzialdiagnose gegenüber affektiven Störungen und der Borderline-Störung wird expliziert. Die Behandlung der Psychosen in der Adoleszenz legt besonderen Wert auf psychotherapeutische Interventionen, die in ihrer Evidenz als auch in Details der Durchführung dargestellt werden. Bedarfsgerechte Versorgungsangebote für Jugendliche und junge Erwachsene bedürfen kooperativer Strukturen: das Heidelberger Frühbehandlungszentrum für 15-25 jährige Patienten wird als Modell ausführlich besprochen.

FK-111 // 24.03.2017 // 08:30-11:30 Uhr

Tobias Banaschewski, Mannheim
Manfred Döpfner, Köln

Die multimodale Therapie der ADHS umfasst pharmakologische und psychosoziale Interventionen und setzt eine differenzierte Diagnostik voraus, die neben der Diagnosesicherung auch die Erfassung der häufig auftretenden komorbiden Störungen und die Spezifizierung der konkreten Therapieziele umfasst. In dem Workshop sollen vor allem die Schwierigkeiten in der Diagnostik als auch bei der Pharmako- und der Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen thematisiert und diskutiert werden. Unter anderem soll der Umgang mit divergierenden diagnostischen Informationen, die Optimierung von Pharmakotherapie, das Management von Nebenwirkungen, der Umgang mit mangelnder Adhärenz sowohl in der Pharmako- als auch der Psychotherapie, die Umsetzung von Interventionen im Kindergarten / in der Schule; der Umgang mit Eltern mit eigener ADHS-Symptomatik möglichst anhand konkreter Fälle der Workshopteilnehmer behandelt werden. Die Teilnehmer werden daher aufgefordert konkrete Fälle, die Probleme in der Diagnostik oder Therapie bereiten, einzubringen.

FK-112 // 24.03.2017 // 12:00-15:00 Uhr

Veit Roessner, Dresden

Zu den Tic-Störungen/Tourette Syndrom gibt es wie zu anderen Störungsbildern von Jahr zu Jahr exponentiell mehr neue Erkenntnisse zu Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie. Hier den Überblick zu behalten ist selbst für den Experten schwer geworden. Der Fortbildungskurs bietet daher einen „gut sortierten und gewichteten“ Überblick. Damit soll der Teilnehmer neben dem neuesten Erkenntnisstand zu Diagnostik, Psychoedukation und mögliche Behandlung auch über zu erwartende Entwicklungen informiert werden. Besonderes Augenmerk liegt auf praktischen Entscheidungen unter Berücksichtigung der häufig vorhandenen Komorbiditäten, wie ADHS und Zwängen.

FK-113 // 24.03.2017 // 12:00-18:30 Uhr (ausgebucht)

Ines Mendler, Ulm
Sonja Aslan, Ulm

Zielgruppe: Personen, die in ihrem beruflichen oder privaten Umfeld mit sowohl somatischen als auch psychiatrischen Kindernotfällen als Ersthelfer konfrontiert werden können.

Abstract: Der Fortbildungskurs stellt in einem ersten Teil den „UKINOKU“ (Ulmer Kinder Notfall Kurs) vor. Eine Besonderheit dieses in Süddeutschland in dieser Form einzigartigen Kurses ist, dass Ärzte und Pflegekräfte gemeinsam schulen und lernen. Ungewöhnlich ist zudem die interdisziplinäre und berufsgruppenübergreifende Zusammenarbeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kinderheilkunde, Kinderchirurgie, der Anästhesie sowie der Kinder-und Jugendspsychiatrie mit dem Fokus auf die Notfallversorgung von Kindern. Im zweiten Teil des Kurses erhalten die Teilnehmer/innen selbst ausreichend Gelegenheit, das praktische Eingreifen als Ersthelfer in Beispielszenarien mit Kinderpuppen selbst zu üben (paediatric basic life support).

  • Maximale Teilnehmerzahl: 12 Personen
  • Treffpunkt: Freitag, 24.03.2017, 11:45 Uhr, am Registrierungscounter
  • Veranstaltungsort: extern (15 Minuten Fußweg)
  • Dauer: 12:00 bis 18:30 Uhr (inklusive 30 Minuten Pause)

FK-114 // 24.03.2017 // 12:00-15:00 Uhr (ausgebucht)

Michael Kaess, Heidelberg
Sindy Weise, Heidelberg

Zielgruppe: Kinder- und JugendpsychiaterInnen (auch in Ausbildung), Kinder- und JugendpsychotherapeutInnen (auch in Ausbildung)

Didaktische Methoden: Mischung aus fachlichem Input via Powerpoint und interaktiver Gruppendiskussion, ggf. Rollenspiele

Abstract: Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist eine schwere psychische Erkrankung mit weitreichenden Folgen für die körperliche und seelische Gesundheit sowie das psychosoziale Funktionsniveau der Betroffenen. Lange Zeit war die Diagnose dieser Erkrankung im Jugendalter obsolet, zum Beispiel um junge Menschen vor der stigmatisierenden Diagnose einer „unbehandelbaren“ Persönlichkeitsstörung zu schützen.
Aktuelle Evidenz zur Borderline-Persönlichkeitsstörung zeigt jedoch, dass eine Früherkennung im Jugendalter zuverlässig und valide möglich ist. Viel wichtiger jedoch ist die zunehmende Evidenz, dass eine Frühbehandlung der Borderline-Persönlichkeitsstörung effektiv ist. Dieser Fort- und Weiterbildungskurs gibt einen Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema, zusätzlich werden verschiedene Diagnostik- und Behandlungsansätze klinisch und wissenschaftlich beleuchtet, um ein Bewusstsein für den Stellwert dieser Erkrankung zu schaffen, sowie auch optimistisch ihre Behandelbarkeit, vor allem bei früher Intervention, aufzuzeigen.

FK-115 // 23.03.2017 // 12:00-15:00 Uhr (ausgebucht)

Gunilla Wewetzer, Köln

Zielgruppe: Kinder- und Jugendpsychiater, Psychologen, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Didaktische Methoden: Präsentation, Fallstudien, Diskussion, Achtsamkeitsübungen

Abstract: Achtsamkeits- und akzeptanzbasierte therapeutische Strategien finden in den letzten Jahren vermehrt Eingang in die psychotherapeutische Praxis. Sie ergänzen klassische kognitiv-behaviorale Behandlungsansätze um die Themen Achtsamkeit und Akzeptanz.  Im therapeutischen Focus dieser Ansätze steht die Vermittlung eines achtsamen und akzeptierenden Umgangs mit unangenehmen Gedanken und Gefühlen. Im Rahmen des Workshops werden verschiedene achtsamkeits- und akzeptanzbasierte Behandlungsprogramme vorgestellt. Anhand ausgewählter jugendpsychiatrischer Störungen wird die klinische Anwendung achtsamkeits- und akzeptanzbasierte Strategien praxisnah vermittelt. Darüber hinaus wird eine störungsübergreifende achtsamkeitsbasierte Gruppenintervention vorgestellt.

FK-116 // 25.03.2017 // 08:30-11:30 Uhr

Susanne Walitza, Zürich (Schweiz)
Christoph Wewetzer, Köln
Gunilla Wewetzer, Köln

Zielgruppe: Kinder- und Jugendpsychiater, Psychologen, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Didaktische Methoden: Präsentation, Fallstudien, Diskussion

Abstract: Die kognitive Verhaltenstherapie einschließlich Expositionen mit Reaktionsmanagement ist die Psychotherapie der ersten Wahl bei der Behandlung von Zwängen, ggf. ergänzt durch eine pharmakologische Behandlung. Im Rahmen des Workshops werden die zentralen Wirkelemente der Therapie vorgestellt: Kognitive Therapie, Expositionsbehandlung mit Reaktionsmanagement und Pharmakotherapie. Fragen zur Indikation und konkreten Durchführung der einzelnen Interventionen werden  geklärt. Einzelne Fallbeispiele veranschaulichen das therapeutische Vorgehen.
Fallbeispiele sind willkommen. Wir bitten sie, diese eine Woche vor dem Kurs bei uns einzureichen.

FK-117 // 25.03.2017 // 08:30-11:30 Uhr (ausgebucht)

Michael Kölch, Neuruppin
Tobias Hellenschmidt, Berlin

Zielgruppe: Ärzte in WB für KJP oder FÄ für KJP, interessierte Psychologen mit Kenntnissen in KJP, interessierte FÄ für Pädiatrie

Der Kurs Entwicklungspsychopharmakologie soll Grundlagen der Pharmakotherapie bei psychischen Störungen von Kindern und Jugendlichen vermitteln und als Refresher dienen, um aktuelle Entwicklungen im Bereich der Pharmakotherapie zu diskutieren.
Inhalte und Lernziele werden die Grundlagen der Psychopharmakotherapie bei Kindern und Jugendlichen (Physiologie, Interaktionspotenziale, besondere Nebenwirkungen, Galenik, Pharmakokinetik und Pharmakodynamik) und neuere Entwicklungen im Bereich medikamentöser Behandlung sein. Es wird der aktuelle rechtliche Stand hinsichtlich Zulassung und Aufklärung einzelner Substanzgruppen dargestellt. Auf folgende Störungsbilder wird insbesondere eingegangen: ADHS, affektive Störungen, Tic- und Tourette-Störung, Schizophrenie und bipolare Störungen. Zusätzlich wird die Behandlung komplexer Störungsbilder Thema sein. Die Besonderheiten beim Entzug von abhängigen Minderjährigen bilden einen eigenen Themenblock. Fragen von Teilnehmern zu speziellen Problemen der Pharmakotherapie sind erwünscht.

Gebühren

Fortbildungskurse vom 22.-25. März 2017
Dauer: 3 Stunden
Kursgebühr
Preis pro Fortbildungskurs
(nur in Zusammenhang mit der Kongressgebühr buchbar)
130 EUR

Zahlungsmodalitäten

Für die Zahlung Ihrer Kongressgebühren empfehlen wir die Banküberweisung auf das folgende Konto:

CPO HANSER SERVICE w/DGKJP 2017
Deutsche Bank PGK AG
IBAN: DE77100700240586183615
BIC: DEUTDEDBBER

Verwendunsgzweck: Teilnehmernummer und/oder Name des Teilnehmers

Alternativ akzeptieren wir folgende Kreditkarten: VISA Card, Eurocard/Mastercard, American Express. Die Übertragung Ihrer Daten im Web erfolgt verschlüsselt und kann als sicher angesehen werden.

Für die Kreditkartenzahlung wird eine Zahlungsgebühr in Höhe von 5% des Gesamtbetrages erhoben, mit Bestätigung Ihrer zahlungspflichtigen Buchung in Rechnung gestellt und in Ihrer Buchungsbestätigung ausgewiesen.